måndag 18 september 2017

Die güldene Sonne



1. Die güldene Sonne 

bringt Leben und Wonne, 
die Finsternis weicht.
Der Morgen sich zeiget,
die Röte aufsteiget,
der Monde verbleicht.

2. Nun sollen wir loben
den Höchsten dort oben,
daß er uns die Nacht
hat wollen behüten
vor Schrecken und Wüten
der höllischen Macht.

3. Kommt, lasset uns singen,
die Stimmen erschwingen 
zu danken dem Herrn. 
Ei, bittet und flehet, 
daß er uns beistehet 
und weiche nicht fern. 

4. Es sei ihm ergeben 
mein Leben und Streben, 
mein Gehen und Stehn. 
Er gebe mir Gaben 
zu meinem Vorhaben, 
laß richtig mich gehn. 

5. In meinem Studieren 
wird er mich wohl führen 
und bleiben bei mir, 
wird schärfen die Sinnen 
zu meinem Beginnen 
und öffnen die Tür. 

torsdag 10 september 2015

Die güldne Sonne







1. Die güldne Sonne 
voll Freud und Wonne 
bringt unsern Grenzen 
mit ihrem Glänzen 
ein herzerquickendes, liebliches Licht. 
Mein Haupt und Glieder, 
die lagen damieder; 
aber nun steh ich, 
bin munter und fröhlich, 
schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 

2.  Mein Auge schauet, 
was Gott gebauet 
zu seinen Ehren 
und uns zu lehren, 
wie sein Vermögen sei mächtig und Groß, 
und wo dir Frommen 
dann sollen hinkommen, 
wann sie mit Frieden 
von hinnen geschieden 
aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 

3. Lasset uns singen, 
dem Schöpfer bringen 
Güter und Gaben 
was wir nur haben, 
alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. 
Die besten Güter 
sind unsre Gemüter, 
dankbare Lieder 
sind Weihrauch und Widder, 
an welchen er sich am meisten ergötzt. 

4. Abend und Morgen 
sind seine Sorgen; 
segnen und mehren, 
Unglück verwehren 
sind seine Werke und Taten allein. 
Wenn wir uns legen, 
so ist er zugegen; 
wenn wir aufstehen, 
so lässt er aufgehen 
über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 

5.  Ich hab erhoben 
zur dir hoch droben 
all meine Sinnen; 
lass mein Beginnen 
ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. 
Laster und Schande, 
des Luzifers Bande 
Fallen und Tücke, 
treib ferne zurücke; 
lass mich auf deinen Geboten bestehn. 

6.  Lass mich mit Freuden 
ohn alles Neiden 
sehen den Segen 
den du wirst legen 
in meines Bruders und Nähesten Haus. 
Geiziges Brennen, 
unchristliches Rennen 
nach Gut mit Sünde, 
das tilge geschwinde 
von meinem Herzen und wirf es hinaus. 

7.  Menschliches Wesen, 
was ist's gewesen? 
In einer Stunde 
geht es zugrunde, 
sobald das Lüftlein des Todes drei bläst. 
Alles in allen 
Muss brechen und fallen, 
Himmel und Erden, 
die müssen das werden, 
was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 

8. Alles vergehet, 
Gott aber stehet 
ohn´ alles Wanken 
seine Gedanken, 
sein Wort und Wille hat ewigen Grund. 
Sein Hel und Fanden, 
die nehmen nicht Schaden, 
heilen im Herzen 
die tödlichen Schmerzen, 
halten uns zeitlich und ewig gesund. 

9. Gott, meine Krone, 
vergib und schone, 
lass meine schulden 
in Gnad und Hulden 
von deinen Augen sein abgewandt. 
Sonsten regiere 
mich, leite und führe, 
wie dirs gefället; 
ich habe gestellet 
alles in deine Beliebung und Hand. 

10.  Will du mir geben, 
womit mein Leben 
ich kann ernähren, 
so lass ich hören 
allzeit im Herzen dies heilige Wort: 
Gott ist das Größte 
Das Schönste und Beste, 
Gott ist das Süßte 
und Allergewisste 
aus allen Schätzen, der edelste Hort. 

11.  Willst du mich kränken, 
mit Gallen tränken, 
und soll von Plagen 
ich auch was tragen; 
wohlan, so mach es wie dir es beliebt. 
Was gut und tüchtig, 
was schädlich und nichtig 
meinem Gebeine, 
das weißt du alleine, 
hast niemals keinen zu sehr betrübt. 

12.  Kreuz und elende, 
das nimmt ein Ende. 
Nach Meeres Brausen 
und Windes Sausen 
leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. 
Freude die Fülle 
und selige Stille 
habe ich warten 
im himmlischen Garten, 
dahin sind meine Gedanken gericht'.

måndag 1 december 2014

Der Mond ist aufgegangen







Alt. koral:



1. Der Mond ist aufgegangen, 

die goldnen Sternlein prangen 
am Himmel hell und klar; 
der Wald steht schwarz und schweiget, 
und aus den Wiesen steiget 
der weiße Nebel wunderbar. 

2. Wie ist die Welt so stille, 
und in der Dämmrung Hülle 
so traulich und so hold! 
Als eine stille Kammer, 
wo ihr des Tages Jammer 
verschlafen und vergessen sollt. 

3. Seht ihr den Mond dort stehen? 
Er ist nur halb zu sehen,
und ist doch rund und schön! 
So sind wohl manche Sachen, 
die wir getrost belachen, 
weil unsre Augen sie nicht sehn. 

4. Wir stolze Menschenkinder 
sind eitel arme Sünder 
und wissen gar nicht viel; 
wir spinnen Luftgespinste 
und suchen viele Künste 
und kommen weiter von dem Ziel. 

5. Gott, laß uns dein Heil schauen, 
auf nichts Vergänglichs trauen, 
nicht Eitelkeit uns freun! 
Laß uns einfältig werden 
und vor dir hier auf Erden 
wie Kinder fromm und fröhlich sein!

onsdag 5 mars 2014

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn



1. Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, 
er hat dir viel gutes getan. 
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, 
du darfst ihm, so wie du bist, nahn. 
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, 
viel mehr als ein Vater es kann. 
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer. 
Kommt, betet den Ewigen an! 

2. Du kannst ihm vertrauen in dunkelster Nacht,
wenn alles verloren erscheint. 
Er liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht,
ist näher, als je du gemeint.  

3. Im Danken kommt Neues ins Leben hinein, 
ein Wünschen, das nie du gekannt, 
dass jeder wie du Gottes Kind möchte sein, 
vom Vater zum Erben ernannt.  

4. In Jesus gehörst du zur ewigen Welt, 
zum Glaubensgehorsam befreit. 
Er hat dich in seine Gemeinde gestellt 
und macht dich zum Dienen bereit.

lördag 1 mars 2014

Wir haben einen Felsen




1. Wir haben einen Felsen,
der unbeweglich steht,
wir haben einen Wahrheit,
die niemals untergeht.
Wir haben Wehr und Waffen
in jeden Kampf und Streit,
wir haben eine Wolke
von Gottes herrlichkeit.

2. Wir haben eine Speise,
der Welt hier unbekannt,
wir haben einen Schatten
im heissem Sonnenbrand.
Wir haben eine Quelle,
die niemals je versiegt,
wir haben Kraft zum tragen,
die keiner Last erliegt.

3. Wir haben einen Tröster
voll heilige Geduld,
wir haben einen Helfer
von liebevoller Huld.
Wir haben eine Freude,
die niemand von uns nimmt,
wir haben eine Harfe,
vom König selbst gestimmt.

4. Wir haben eine Zuflucht
in jedem Storm und Not,
wir haben einen Reichtum,
der nie zu schwinden droht.
Wir haben eine Gnade,
die alle Morgen neu,
wir haben ein Erbarmen,
das mächtig ist und treu.

5. Wir haben hier die Fülle
seitdem der Heiland kam,
wir haben dort ein Erbe,
so reich und wundersam.
Wir haben Glück der leuchtend
und unbeschreiblich ist.
Wir haben alles, alles
in dir, Herr Jesu Christ! 

onsdag 25 september 2013

Verborg´ner Gott, du wohnst in einem Lichte

1. Verborg´ner Gott, du wohnst in einem Lichte, 
das nie erblickt ein menschliches Gesichte; 
wie groß ist uns´re Finsternis und Not, 
wenn du von uns dein Vaterantlitz kehrest! 
Wenn du die Welt auch noch so deutlich lehrest, 
so bleibst du doch der Toren Spott:
Verborg´ner Gott! 

2. Verborg´ner Rat, nach welchem Gott uns leitet,
ja, schon von Ewigkeit uns Gnad´ bereitet, 
den jederzeit begleitet Macht und Tat; 
nach welchem sich sein Sohn für uns gegeben, 
dem Feind, Welt, Fleisch vergeblich widerstreben, den niemand je ergründet hat: 
Verborg´ner Rat! 

3. Verborg´ner Trost, wenn die verborg´ne Wahrheit 
und der geheimen Weisheit Gottesklarheit 
dem Herzen bring den frohen Himmelstrost: 
Dir ist auch die verborg´ne Schuld vergeben, 
du hast in Christo Gnade, Fried´ und Leben! Verborg´nes Manna, Himmelskost! 
Verborg´ner Trost! 

4. Verborg´ne Art des Geist´s, der Geist gebieret! Des Lebens, das man hier in Gott schon führet; 
des Christen, der ein Christ inwendig ward; 
des Menschen, den man nur den neuen nennet; 
der Kinder Gottes, die die Welt nicht kennet; 
der sel´gen Seelen Himmelfahrt: 
Verborg´ne Art! 

5. Verborg´ner Grund, ein Fels, auf den man bauet,
ein Anker, dem man sich in Not vertrauet, 
ein ewig fester, treuer Gnadenbund, 
ein Sinn, der weiter als natürlich denket; 
ein Erbe, das Gott seinen Kinder schenket, 
das keinem Aug´noch Ohre kund. 
Verborg´ner Grund! 

6. Verborg´ne Kraft des Glaubens, der nicht siehet; der Liebe, die das Schwere an sich ziehet; 
des Seufzen´s, das so manche Hilfe schafft; 
des Dulden´s, welches alles überwindet; 
der Hoffnung, die im Tod das Leben findet, 
die einzig in den Schwachen hast´: 
Verborg´ne Kraft! 

7. Verborg´ner Schmuck, der nicht von außen pranget, 
und vor dem Höchsten Gnade doch erlanget! 
Ein Mensch, der, unter vielem Leidensdruck, 
im Herzen unverrückt verborgen lieget, 
und nur mit sanftem, stillem Geiste sieget, 
der ist vor Gott selbst köstlich g´nug. 
Verborg´ner Schmuck! 

8. Verborg´ner Schutz, den Gott der Herr den Seinen, 
die er viel besser kennt, als sie meinen, 
oft leistet gegen aller Feinde Trutz, 
und sie so heimlich bei sich selbst verbirget, 
daß, der sie gern ausrottet und erwürget, 
selbst ihnen werden muß zu Nutz: 
Verborg´ner Schutz! 

9. Verborg´ne Zeit, wann wirst du einmal kommen,
daß ich mit allen auserwählten Frommen, 
den Heiland seh? – Ich mache mich bereit, 
weil ich nicht weiß, ob´s heute möcht´ geschehen,
daß ich dem Bräut´gam muß entgegengehen. 
Wann bringst du mir die Ewigkeit? 
Verborg´ne Zeit!

måndag 29 oktober 2012

Johannes sahe durch Gesicht



1. Johannes sahe durch Gesicht 
ein edles Licht 
und liebliches Gemälde: 
Er sah ein Haufen Völker stehn, 
sehr hell und schön, 
im güldnen Himmelsfelde. 
Ihr Herz und Mut 
schwebt in dem Gut, 
das hier kein Mann 
bezahlen kann 
mit allem Gut und Gelde. 

2. Sie trugen Palmen in der Hand; 
ihr Ort und Stand 
war vor des Lammes Throne, 
ihr Mund war voller Lob und Preis, 
die Kleider weiß, 
ihr Lied, im höhren Tone, 
klang süß und sang 
des Höchsten Dank, 
und dieser Stimm 
half üm und üm 
der Engel heilge Krone. 

3. Wer, sprach Johannes, sind doch die, 
die ich allhie 
in weißem Schmuck seh halten? 
Es sind, antwortet aus der Schar, 
die um ihn war, 
der eine von den Alten: 
Es sind, mein Sohn, 
die sich den Hohn 
und Spott der Welt 
von Gottes Zelt 
nicht lassen abehalten. 

4. Es sind die, so vor dieser Zeit 
in großem Leid 
auf Erden sich befunden, 
die bei des Herren Jesu Ehr 
und seiner Lehr 
all Angst und Trübsalswunden, 
zwar ohne Schuld, 
doch mit Geduld, 
durch Gott gekühlt, 
recht wohl gefühlt 
und fröhlich überwunden. 

5. Dieselben haben all ihr Kleid, 
als treue Leut, 
im Glaubensbad erkläret; 
sie haben sich der Höllen List, 
so viel der ist, 
mit starkem Mut erwehret 
und nicht geacht 
der Erden Pracht, 
des Lammes Blut 
zu ihrem Gut 
erwählet und begehret. 

6. Darum so stehen sie auch nun 
und all ihr Tun 
wo Gottes Tempel stehet; 
der Tempel, da man Tag und Nacht 
dem Höchsten wacht 
und seinen Ruhm erhöhet; 
da leben sie 
ohn alle Müh, 
ohn alle Qual 
im Freudensaal, 
der nimmermehr vergehet. 

7. Daselbst sitzt Gott in seinem Haus 
und breitet aus 
die Hütte seiner Güte 
und deckt mit sanfter Wollust zu 
in stiller Ruh 
manch trauriges Gemüte. 
Was Freude gibt, 
dem Herzen liebt, 
die Augen füllt, 
das Sehnen stillt, 
steht da in voller Blüte.

8. Da ist kein Durst, kein Hungersnot, 
das Himmelsbrot 
läßt keinen Mangel leiden, 
da scheint die Sonne keinem mehr 
zu heiß und sehr, 
ihr Glanz bringt lauter Freuden. 
Die Himmelssonn 
und Herzenswonn 
ist unser Hirt, der große Wirt 
und Herr der ewgen Weiden. 

 9. Das Lamm wird weiden seine Herd, 
als sies begehrt, 
auf Auen, die schön prangen; 
es wird sie leiten zu dem Quell, 
der frisch und hell, 
das Heil draus zu erlangen; 
und wird gewiß 
nicht ruhen, bis 
er uns erfrischt 
und abgewischt 
die Tränen unsrer Wangen.

fredag 3 augusti 2012

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ




1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, 
weil es nun Abend worden ist; 
dein göttlich Wort, das heile Licht, 
laß ja bei uns auslöschen nicht! 


2. In dieser, letzt'n, betrübten Zeit 
verleih uns, Herr, Beständigkeit, 
daß wir dein Wort und Sakrament 
rein b'halten bis an unser End'! 


3. Herr Jesu, hilf, dein' Kirch' erhalt, 
wir sind gar silcher, faul und kalt! 
Gib Glück und Heil zu deinem Wort, 
damit es schall' an allem Ort! 


4. Erhalt uns nur bei deinem Wort 
und wehr des Teufels Trug und Mord! 
Gib deiner Kirche Gnad' und Huld, 
Fried', Einigkeit, Mut und Geduld! 


5. Ach Gott, es geht gar übel zu, 
auf dieser Erd' ist keine Ruh', 
viel Sekten und viel Schwärmerei 
auf einen Haufen kommt herbei. 


6. Den stolzen Geistern wehre doch, 
die sich mit G'walt erheben hoch 
und bringen stets was Neues her, 
zu fälschen deine rechte Lehr'. 


7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, 
nicht unser, sondern dein ja ist; 
darum so steh du denen bei, 
die sich auf dich verlaßen frei! 


8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz 
und deiner Kirche wahrer Schutz; 
dabei erhalt uns, lieber Herr, 
daß wir nichts anders suchen mehr! 


9. Gib, daß wir leb'n in deinem Wort 
und darauf ferner fahren fort 
von hinnen aus dem Jammertal 
zu dir in deinen Himmelssaal!

lördag 14 juli 2012

Brunnquell aller Güter






1. Brunnquell aller Güter, 
Herrscher der Gemüter, 
lebendiger Wind, 
Stiller aller Schmerzen, 
dessen Glanz und Kerzen 
mein Gemüt entzündt. 
Lehre meine schwache Seiten 
deine Kraft und Lob ausbreiten. 


2. Starker Gottesfinger, 
fremder Sprachen Bringer, 
süsser Herzenssaft, 
Tröster der Betrübten, 
Flamme der Verliebten, 
alles Atems Kraft, 
gib mir deine Brunst und Gaben, 
dich von Herzen lieb zu haben. 


3. Bräutigam der Seelen, 
lass mich in der Höhlen 
deiner Lieblichkeit 
Ruh und Zuflucht finden, 
lass mich von den Winden 
trüber Not befreit, 
komm herfür, o Gnadensonne, 
küsse mich mit Trost und Wonne. 


4. Teure Gottesgabe, 
komm, o komm, mich labe, 
sieh, ich bin verschmacht, 
komm, o mein Verlangen, 
komm, mein Lieb, gegangen, 
denn mein Herze lacht, 
wird von neuem ganz erquicket, 
wann es, Labsal, dich erblicket. 


5. Wie ein Hirschlein gehnet 
sich nach Wasser sehnet, 
wann es wird gejagt, 
so pflegt mein Gemüte, 
Herr nach deiner Güte, 
wann es wird geplagt, 
tief zu seufzen und im Dürren 
nach dir, reicher Strom, zu girren. 


6. Wahrer Menschenschöpfer, 
unsers Tones Töpfer, 
Gott von Ewigkeit, 
Zunder keuscher Liebe, 
gib, dass ich mich übe 
auch im Kreuz und Leid, 
alles dir anheim zu stellen, 
und mich tröst in allen Fällen. 


7. Führe meine Sachen, 
meinen Schlaf und Wachen, 
meinen Tritt und Gang, 
Glieder und Gesichte, 
dass mein arm Gedichte, 
dass mein schlecht Gesang, 
Wandel, Werk und Stand für allen, 
dir, o Vater, mag gefallen. 


8. Lass den Fürst der Höllen 
nicht mit Listen föllen 
meiner Tage Lauf: 
nimm nach diesem Leiden 
mich zur Himmelsfreuden, 
deinen Diener, auf; 
da soll sich mein Mund erheben, 
dir ein Halleluja geben.

fredag 13 juli 2012

Nun bitten wir den heiligen Geist





1. Nun bitten wir den Heiligen Geist 
um den rechten Glauben allermeist, 
daß er uns behüte 
an unserm Ende, 
wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. 
Kyrieleis! 


2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, 
lehr uns Jesum Christ kennen allein, 
daß wir an ihm bleiben, 
dem treuen Heiland, 
der uns bracht hat zum rechten Vaterland. 
Kyrieleis! 


3. Du süße Lieb', schenk uns deine Gunst, 
laß uns empfinden der Liebe Brunst, 
daß wir uns von Herzen 
einander lieben 
und im Frieden auf einem Sinn bleiben. 
Kyrieleis! 


4. Du höchster Tröster in aller Not, 
hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, 
daß in uns die Sinne 
doch nicht verzagen, 
wenn der Feind wird das Leben verklagen! 
Kyrieleis!

söndag 10 juni 2012

Schmücke dich, o liebe Seele






1. Schmücke dich, o liebe Seele, 
laß die dunkle Sündenhöhle, 
komm ans helle Licht gegangen, 
fange herrlich an zu prangen! 
Denn der Herr, voll Heil und Gnaden, 
will dich jetzt zu Gaste laden; 
der den Himmel kann verwalten, 
will jetzt Herberg' in dir halten. 


2. Eile, wie Verlobte pflegen, 
deinem Bräutigam entgegen, 
der da mit dem Gnadenhammer 
klopft an deine Herzenskammer! 
Öffn' ihm bald des Geistes Pforten,
red ihn an mit schönen Worten: 
komm, mein Liebster, laß dich küßen, 
laß mich deiner nicht mehr mißen! 


3. Zwar in Kaufung teurer Waren 
pflegt man sonst kein Geld zu sparen; 
aber du willst für die Gaben 
deiner Huld kein Geld nicht haben, 
weil in allen Bergwerksgründen 
kein solch Kleinod ist zu finden, 
das die blutgefüllten Schalen 
und dies Manna kann bezahlen. 


4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! 
Ach, wie pfleg' ich oft mit Tränen 
mich nach dieser Kost zu sehnen! 
Ach, wie pfleget mich zu dürsten 
nach dem Trank des Lebensfürsten! 
Wünsche stets, daß mein Gebeine 
sich durch Gott mit Gott vereine. 


5. Beides Lachen und auch Zittern 
läßet sich in mir jetzt wittern; 
das Geheimnis dieser Speise 
und die unerforschte Weise 
machet, daß ich früh vermerke, 
Herr, die Größe deiner Werke. 
Ist auch wohl ein Mensch zu finden, 
der dein' Allmacht sollt' ergründen? 


6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, 
kann dies Wunder nicht erreichen, 
daß dies Brot nie wird verzehret, 
ob es gleich viel Tausen' nähret, 
und daß mit dem Saft der Reben 
uns wird Christi Blut gegeben. 
O der großen Heimlichkeiten, 
die nur Gottes Geist kann deuten! 


7. Jesu, meines Lebens Sonne, 
Jesu, mein Freud' und Wonne, 
Jesu, du mein ganz Beginnen, 
Lebensquell und Licht der Sinnen, 
hier fall' ich zu deinen Füßen; 
laß mich würdiglich genießen 
dieser deiner Himmelsspeise 
mir zum Heil und dir zum Preise! 


8. Herr, es hat dein treues Lieben 
dich vom Himmel hergetrieben, 
daß du willig hast dein Leben 
in den Tod für uns gegeben 
und dazu ganz unverdroßen, 
Herr, dein Blut für uns vergoßen, 
das uns jetzt kann kräftig tränken, 
deiner Liebe zu gedenken. 


9. Jesu, wahres Brot des Lebens, 
Hilf, daß ich doch nicht vergebens 
oder mir vielleicht zum Schaden 
sei zu deinem Tisch geladen! 
Laß mich durch dies Seelenessen 
deine Liebe recht ermessen, 
daß ich auch, wie jetzt auf Erden, 
mög' dein Gast im Himmel werden!

tisdag 5 juni 2012

Es ist das Heil uns kommen her





1. Es ist das Heil uns kommen her 
von Gnad' und lauter Güte, 
die Werke helfen nimmermehr, 
sie mögen nicht behüten, 
der Glaub' sieht Jesum Christum an 
der hat g'nug für uns all' getan, 
er ist der Mittler worden. 


2 Was Gott im G'setz geboten hat, 
da man es nicht konnt' halten, 
erhub sich Zorn und große Not 
vor Gott so mannigfalten; 
vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, 
vom G'setz erfordert allermeist, 
es war mit uns verloren. 


3 Es war ein falscher Wahn dabei, 
Gott hätt' sein G'setz drum geben, 
als ob wir möchten selber frei 
nach seinem Willen leben; 
so ist es nur ein Spiegel zart, 
der uns zeigt an die sünd'ge Art, 
in unserm Fleisch verborgen. 


4 Nicht möglich war es, diese Art 
aus eignen Kräften laßen. 
Wiewohl es oft versuchet ward, 
doch mehrt' sich Sünd' ohn Maßen; 
denn Gleisnerswerk Gott hoch verdammt, 
und je dem Fleisch der Sünde Schand' 
allzeit war angeboren. 


5 Doch mußt' das G'setz erfüllet sein, 
sonst wär'n wir all' verdorben; 
darum schickt' Gott sein'n Sohn herein, 
der selber Mensch ist worden; 
das ganz' Gesetz hat er erfüllt, 
damit sein's Vaters Zorn gestillt, 
der über uns ging alle. 

6 Und wenn es nun erfüllet ist 
durch den, der es konnt' halten, 
so lerne jetzt dein frommer Christ 
des Glaubens recht' Gestalte. 
Nicht mehr, denn: Lieber Herre mein, 
dein Tod wird mir das Leben sein, 
du hast für mich bezahlet!  . 


7 Daran ich keinen Zweifel trag', 
dein Wort kann nicht betrügen. 
Nun sagst du, daß kein Mensch verzag', 
das wirst du nimmer lügen: 
wer glaubt an mich und wird getauft, 
demselben ist der Himm'l erkauft, 
daß er nicht wird verloren.  


8 Es ist gerecht vor Gott allein, 
der diesen Glauben fasset; 
der Glaub gibt von sich aus den Schein, 
so er die Werk nicht lasset; 
mit Gott der Glaub ist wohl daran, 
dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, 
bist du aus Gott geboren.  


9 Es wird die Sünd' durchs G'setz erkannt 
und schlägt das G'wissen nieder, 
das Evangelium kommt zuhand 
und stärkt den Sünder wieder 
und spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, 
im G'setz ist weder Rast noch Ruh' 
mit allen seinen Werken!  


10 Die Werk', die kommen g'wisslich her 
aus einem rechten Glauben; 
denn das nicht rechter Glaube wär', 
wollt'st ihn der Werk' berauben. 
Doch macht allein der Glaub' gerecht, 
die Werke sind des Nächsten Knecht'. 
Dabei wir'n Glauben merken.  


11 Die Hoffnung wart' der rechten Zeit, 
was Gottes Wort zusage; 
wann das geschehen soll zur Freud, 
setzt Gott kein gwisse Tage. 
Er weiß wohl, wanns am besten ist, 
und braucht an uns kein arge List; 
des solln wir ihm vertrauen. 


12 Ob sichs anließ, als wollt er nicht, 
laß dich es nicht erschrecken, 
denn wo er ist am besten mit, 
da will ers nicht entdecken. 
Sein Wort laß dir gewisser sein, 
und ob dein Fleisch sprהch lauter 
nein, so laß doch dir nicht grauen.  


13 Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis 
um dieser Gutheit willen 
Gott Vater, Sohn, Heiligen Geist! 
Der woll' mit Gnad' erfüllen, 
was er in uns ang'fangen hat 
zu Ehren seiner Majestät, 
daß heilig werd' sein Name.  


14 sein Reich zukomm; sein Will auf Erd 
gscheh wie im Himmelsthrone; 
das täglich Brot noch heut uns werd; 
woll unsrer Schuld verschonen, 
als wir auch unsern Schuldnern tun; 
laß uns nicht in Versuchung stehn; 
lös uns vom Übel. Amen.

måndag 4 juni 2012

Mit Fried und Freud ich fahr dahin

  


1. Mit Fried und Freud ich fahr dahin
in Gottes Willen;
getrost ist mir mein Herz und Sinn,
sanft und stille;
wie Gott mir verheißen hat,
der Tod ist mein Schlaf worden.


2. Das macht Christus, wahr'r Gottessohn,
der treue Heiland, 
den du mich, Herr, hast sehen lahn, 
und g´macht bekannt  
dass er sei das Leben mein,
und heil in Not und Sterben. 


3. Den hast du allen vorgestellt
Mit großen Gnaden,
Zu seinem Reich die ganze Welt
Heißen laden
Durch dein teuer, heilsam Wort,
An allem Ort erschollen.

4. Er ist das Heil und selig Licht
für die Heiden,
zu erleuchten, die dich kennen nicht,
und zu weiden.
Er ist deins Volks Israel
der Preis, Ehr, Freud und Wonne.

 


Gott der Vater, wohn uns bei



1. Gott der Vater wohn' uns bei 
und laß uns nicht verderben.
Mach' uns aller Sünden frei 
und helf' uns selig sterben. 
Für dem Teufel uns bewahr, 
halt' uns bei festem Glauben, 
und auf dich laß uns bauen, 
aus Herzen Grund vertrauen, 
dir uns laßen ganz und gar; 
mit allen rechten Christen 
entfliehen Teufels Listen, 
mit Waffen Gott's uns fristen. 
Amen! Amen! das sei wahr, 
so singen wir, Halleluja!


2. Jesus Christus, wohn uns bei...


3. Heilig Geist, der wohn uns bei...


måndag 27 februari 2012

Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort




1. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort
und steure deiner Feinde Mord,
die Jesus Christus, deinen Sohn,
wollen stürzen von deinem Thron


2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ,
der du Herr aller Herren bist
beschirm dein arme Christenheit,
daß sie dich lob in Ewigkeit.


3. Gott Heilger Geist, du Tröster wert,
gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd,
steh bei uns in der letzten Not,
g’leit uns ins Leben aus dem Tod.

lördag 1 oktober 2011

Herzlich tut mich erfreuen




1. Herzlich tut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wenn Gott wird schön erneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erde
wird Gott neu schaffen gar,
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, schön und klar.

2. Kein Zung kann je erreichen
die ewig Schönheit groß;
man kann's mit nichts vergleichen,
die Wort sind viel zu bloß.
Drum müssen wir solchs sparen
bis an den Jüngsten Tag;
dann wollen wir erfahren,
was Gott ist und vermag.

3. Da werden wir mit Freuden
den Heiland schauen an,
der durch sein Blut und Leiden
den Himmel aufgetan,
die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
die Märt'rer und Apostel
bei ihm in großer Zahl.

4. Also wird Gott erlösen
uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen,
von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen,
von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen,
von aller bösen Zeit.

5. Er wird uns fröhlich leiten
ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten
zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne
in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne
und täglich werden neu.

6. Da wird man hören klingen
die rechten Saitenspiel,
die Musikkunst wird bringen
in Gott der Freuden viel,
die Engel werden singen,
all Heilgen Gottes gleich
mit himmelischen Zungen
ewig in Gottes Reich.

7. Mit Gott wir werden halten
das ewig Abendmahl,
die Speis wird nicht veralten
auf Gottes Tisch und Saal;
wir werden Früchte essen
vom Baum des Lebens stets,
vom Brunn der Lebensflüsse
trinken zugleich mit Gott.

8. Wir werden stets mit Schalle
vor Gottes Stuhl und Thron
mit Freuden singen alle
ein neues Lied gar schön:
»Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke
Gott Vater und dem Sohn,
des Heilgen Geistes Werke
sei Lob und Dank getan.«

9. Ach Herr, durch deine Güte
führ mich auf rechter Bahn;
Herr Christ, mich wohl behüte,
sonst möcht ich irre gahn.
Halt mich im Glauben feste
in dieser bösen Zeit,
hilf, daß ich mich stets rüste
zur ewgen Hochzeitsfreud.

fredag 30 september 2011

Ermuntert euch, ihr Frommen



1. Ermuntert euch, ihr Frommen
zeigt eurer Lampen Schein!
Der Abend ist gekommen,
die finstre Nacht bricht ein.
Es hat sich aufgemachet
der Bräutigam mit Pracht.
Auf, betet, kämpft und wachet!
Bald ist es Mitternacht.

2. Macht eure Lampen fertig,
und füllet sie mit Öl;
und seid des Heils gewärtig,
bereitet Leib und Seel!
Die Wächter Zions schreien:
"Der Bräutigam ist nah!"
Begegnet ihm im Reigen,
und singt "Halleluja!"

3. Ihr klugen Jungfraun alle,
hebt nun das Haupt empor
mit Jauchzen und mit Schalle
zum frohen Engelchor!
Wohlan, die Tür ist offen,
die Hochzeit ist bereit.
Erfüllt ist euer Hoffen:
Der Bräut'gam ist nicht weit.

4. Er wird nicht lang verziehen,
drum schlaft nicht mehr ein;
man sieht die Bäume blühen
der schöne Frühlingsschein
verheißt Erquickungszeiten;
die Abendröte zeigt
den schönen Tag von weitem,
davor das Dunkle weicht.

5. Begegnet ihm auf Erden,
ihr, die ihr Zion liebt,
mit freudigen Gebärden,
und seid nicht mehr betrübt;
es sind die Freudenstunden
gekommen, und der Braut
wird, weil sie überwunden,
die Krone nun vertraut.

6. Die ihr Geduld getragen
und mitgestorben seid,
sollt nun nach Kreuz und Klagen
in Freuden ohne Leid
mitleben und -regieren
und vor des Lammes Thron
mit Jauchzen triumphieren
in eurer Siegeskron.

7. Hier ist die Stadt der Freuden,
Jerusalem, der Ort,
wo die Erlösten weiden,
hier ist die sichre Pfort,
hier sind die güldnen Gassen,
hier ist das Hochzeitsmahl,
hier soll sich niederlassen,
die Braut im Rosensaal.

8. O Jesu, meine Wonne,
komm bald und mach dich auf!
Geh auf, ersehnte Sonne,
und eile deinen Lauf!
O Jesu, mach ein Ende
und führ uns aus dem Streit;
wir heben Haupt und Hände
nach der Erlösungszeit.

lördag 24 september 2011

Schönster Herr Jesu





1. Schönster Herr Jesu,
Herrscher aller Enden,
Gottes und Mariä Sohn!
Dich will ich lieben,
Dich will ich ehren,
meiner Seelen Freud' und Kron'.

2. Schön sind die Wälder,
schöner die Felder
in der schönen Frühlingszeit.
Jesus ist schöner,
Jesus ist reiner,
der unser traurigs Herz erfreut.

3. Schön leucht't der Monden,
schöner die Sonne
als die Sternlein allzumal.
Jesus leucht't schöner
Jesus leucht't reiner,
Als all die Engel im Himmelssaal.

4. Schön sind die Blumen,
schöner sind die Menschen
in der frischen Jugendzeit;
Sie müssen sterben,
müssen verderben:
Jesus lebt in Ewigkeit.

5. Alle die Schönheit
Himmels und der Erde
ist gefaßt in dir allein.
Keiner soll immer
lieber mir werden
als du, schönster Jesus mein!

torsdag 22 september 2011

Wohl einem Haus, da Jesus Christ



Alt.:


1. Wohl einem Haus, da Jesus Christ
allein das All in allem ist.
Ja, wenn er nicht darinnen wär,
wie elend wärs, wie arm und leer!

2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind
in einem Glaubenssinn verbind't,
zu dienen ihrem Herrn und Gott
nach seinem Willen und Gebot!

3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt
ein Vorbild vor die Augen stellt,
daß ohne Gottesdienst im Geist
das äußre Werk nichts ist und heißt.

4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet
beständig in die Höhe geht,
und man nichts treibet fort und fort
als Gottes Werk, als Gottes Wort.

5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand
mit fleißiger, geschickter Hand
ein jegliches nach seiner Art,
was ihm vertraut ist, treu bewahrt.

6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind,
und wenn sie Kind und Kindeskind
versäumen nicht am ewgen Glück;
dann bleibet ihrer kein's zurück.

7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht:
die Eltern werden hoch erfreut,
und ihren Kindern sieht man's an,
wie Gott die Seinen segnen kann.

8. So mach ich denn zu dieser Stund
samt meinem Hause diesen Bund:
Wenn alles Volk vom Herrn abwich,
doch dienen wir Ihm ewiglich!

söndag 18 september 2011

Gott des Himmels und der Erden



1. Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn und Heil'ger Geist,
der es Tag und Nacht läßt werden,
Sonn' und Mond uns scheinen heißt,
dessen starke Hand die Welt
und was drinnen ist, erhält.

2. Gott, ich danke dir von Herzen,
daß du mich in dieser Nacht
vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen
hast behütet und bewacht,
daß des bösen Feindes List
mein nicht mächtig worden ist.

3. Laß die Nacht auch meiner Sünden
jetzt mit dieser Nacht vergehn!
O Herr Jesu, laß mich finden
deine Wunden offen stehn,
da alleine Hilf' und Rat
ist für meine Missetat!

4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen
geistlich auferstehen mag
und für meine Seele sorgen,
daß, wenn nun dein großer Tag
uns erscheint und dein Gericht,
ich davor erschrecke nicht.

5. Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort!
Sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort!
Nirgends als von dir allein
kann ich recht bewahret sein.

6. Meinen Leib und meine Seele
samt den Sinnen und Verstand,
großer Gott, ich dir befehle
unter deine starke Hand.
Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm,
nimm mich auf, dein Eigentum!

7. Deinen Engel zu mir sende,
der des bösen Feindes Macht,
List und Anschlag von mir wende
und mich halt in guter Acht,
der auch endlich mich zur Ruh
trage nach dem Himmel zu.