1. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und Dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier hin auf Dich und Deine Lehren, dass die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden.
2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht Deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten musst Du selbst in uns verrichten.
3. O Du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen lass, Herr Jesu, wohl gelingen.
1. Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn uns herrlich aufgegangen. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hälst mein Herz gefangen. Lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, hoch und wunderbar erhaben.
2. Du meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein König hochgeboren! Mein Kleinod du, mein Preis und Ruhm, dein ewig Evangelium, das hab ich mir erkoren. Herr, dich such ich, hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner wird ich nie vergessen.
3. Gieß sehr tief in mein Herz hinein, du leuchtend Kleinod, edler Stein, die Flamme deiner Liebe und gib, daß ich an deinem Leib, dem auserwählten Weinstock, bleib ein Zweig in frischem Triebe. Nach dir steht mir mein Gemüte ew'ge Güte, bis es findet dich des Liebe mich entzündet.
4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib dein Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme und erbarme dich in Gnaden. Auf dein Wort komm ich geladen
5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Er hat mich ganz sich angetraut, er ist nun mein, ich seine Braut; drum mich auch nichts betrübet. Eja, eja, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben. Ewig soll mein Herz ihn loben.
6. Stimmt die Saiten der Kitara und laßt die süße Musica ganz freudenreich erschallen, daß ich möge mit Jesus Christ, der meines Herzens Bräutgam ist, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren. Groß ist der König der Ehren.
7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein nun ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; des schlag ich in die Hände. Amen, amen, komm du schöne Freudenkrone, säum nicht lange. Deiner wart ich mit Verlangen.
1. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst geh'n und stehen, da nimm mich mit.
2. In dein Erbarmen Hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind; es will die Augen schließen und glauben blind.
3. Wenn ich auch gleich nicht fühle von deiner Macht, Du bringst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!
1. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missetaten bist du geraten?
2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, gegeißelt und mit Dornen scharf gekrönet, mit Essig, als man dich ans Kreuz gehenket, wirst du getränket.
3. Was ist die Ursach’ aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet.
4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet fuer die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte.
5. Der Fromme stirbt, so recht und richtig wandelt; der Böse lebt, so wider Gott misshandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, Gott wird gefangen.
6. Ich war von Fuß auf voller Schand’ und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Gut’s zu finden; Dafür hätt’ ich dort in der Hölle müßen ewiglich büßen.
7. O große Lieb’, o Lieb’ ohn’ alle Masse, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden.
8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g’nugsam solche Treu’ ausbreiten! Kein menschlich Herze mag sich dies ausdenken, was dir zu schenken.
9. Ich kann’s mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten?
10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf’ und zähme, daß sie aufs neu’ mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden.
11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe!
12. Alsdann so werd’ ich deine Huld betrachten, aus Lieb’ zu dir die Welt für nichts erachten. Ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen.
13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen.
14. Dies alles, ob’s für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseitesetzen. In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen.
15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen.
1. Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben, und mit euch gehen in ein neues Jahr. Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
2. Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen das Heil, für das Du uns bereitet hast. Von guten Mächten...
3. Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand. Von guten Mächten...
4. Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört Dir unser Leben ganz. Von guten Mächten...
5. Lass warm und still die Kerze heute flammen, die Du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht. Von guten Mächten...
6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all Deiner Kinder hohen Lobgesang. Von guten Mächten...